Thin Clients sind die besseren PCs

Aktuellen Marktforschungen zufolge existieren derzeit weltweit mehr als eine Milliarde Computerarbeitsplätze. Im Hinblick auf Energieeffizienz und CO2-Emisson schlummert hier ein riesiges Potenzial.
Server Based Computing und Anwendungsvirtualisierung sind geeignete Maßnahmen, um dieses Potenzial auszuschöpfen und den Energiebedarf nachhaltig zu senken. Die Energiebilanz weiter verbessern können Unternehmen durch den Einsatz so genannter Thin Clients (TCs). Gegenüber PCs zeichnen sich TCs durch ihre schlanke Architektur aus. Sie verzichten sowohl auf ein vollwertiges Betriebssystem als auch auf mechanische Bauteile wie Festplatten und Lüfter. Dies sorgt zum einen für angenehme Ruhe, zum anderen sinkt der Stromverbrauch. Und Thin Clients sind aufgrund des Verzichts auf bewegliche Bauteile erheblich weniger defektanfällig als PCs. Im Vergleich zum PC hat ein Thin Client etwa eine doppelt so lange Lebensdauer. Während PCs spätestens nach fünf Jahren ersetzt werden müssen, bleiben TCs oft bis zu zehn Jahren in Gebrauch. TCs lassen sich allerdings nur einem Terminalserver-Netzwerk einsetzen, da sie selbst keine nennenswerte Rechenleistung erbringen.

Vorteile auf einen Blick:

• Günstig und ausfallsicher

• Vereinfachte Administration

• Optimal verteilte Rechenlast

• Reduzierung der Stromkosten

• Längere Nutzungsdauer

• Geräuscharmer Arbeitsplatz

Eine exemplarische Gegenüberstellung des Energie- und Ressourcen-Bedarfs von PC- und Thin-Client-Umgebungen, durchgeführt vom Fraunhofer Institut UMSICHT, hat ergeben, dass TCs rund 70% weniger wiegen als klassische PCs und gut 80% weniger Transportvolumen beanspruchen – und das inklusive der erforderlichen Terminalserver-Hardware. In Betracht gezogen wurde dabei der gesamte Produktlebenszyklus unter Berücksichtigung von Produktions-, Betriebs- und Recyclingphase. Aus dieser Betrachtung ergibt sich weiterhin, das Thin Clients bereits bei der Herstellung deutlich weniger Material- und Energieeinsatz erfordern, Produktion und Logistik vereinfachen und im täglichen Betrieb rund 50% weniger Strom benötigen als PCs. In der Gesamtheit ergeben sich aus dem Einsatz von Thin Clients in Verbindung mit der Anwendungsvirtualisierung enorme wirtschaftliche und ökologische Vorteile.

Die gesamte Studie zum Nachlesen finden Sie online unter Ökologischer Vergleich der Klimarelevanz von PC und Thin Client Arbeitsplatzgeräten 2008.

Stark beim Thema Wirtschaftlichkeit

Oft gehen Unternehmen bei der EDV-Ausstattung nach dem Motto "Viel hilft viel" vor: Leistungsfähige PCs, eine Komplettausstattung mit Software-Anwendungen an jedem Arbeitsplatz und eine große Server-Farm als Herzstück des Netzwerks. Diese Medaille hat allerdings gleich mehrere Kehrseiten. Denn Betrieb und Administration verursachen hohe Kosten. Gleichzeitig mangelt es an der Auslastung des Systems. Alle Arbeitsplatz-PCs müssen zumindest derart dimensioniert sein, um auch bei starker Beanspruchung ausreichend Leistung zur Verfügung stellen zu können. Dennoch befinden sie sich die meiste Zeit im Ruhezustand, da sie volle Leistung selten benötigt wird. Mit Server Based Computing entkommen Unternehmen diesem Dilemma. Da die komplette Rechenleistung von zentralen Servern erbracht wird, lassen sich diese optimal auf die zu erwartende Rechenlast anpassen. Bei den Endgeräten kann die IT-Abteilung auf günstige und ausfallsichere Thin Clients setzen oder ggf. alte, leistungsschwache PCs ohne Einschränkung weiter benutzen. Das schont bereits getätigte Investitionen und verringert die Kosten der Neuanschaffung.

Auch zum Thema Wirtschaftlichkeit gibt es eine ausführliche Studie des Fraunhofer-Instituts unter dem Titel "PC vs. Thin Client".